Grundsatzpositionen

Grundsatzpositionen zum Flughafenausbau und Flugverkehr
(Fassung 03/2005)

1. Keine Fluglärmbündelung über Wohngebiete

2. Entlastung der Nordabflugrouten

3. Erstellen eines Fluglärm-Minderungskonzeptes

4. Schaffung eines Flughafensystems

5. keine neue Landebahn

6. Nachtflugverbot 22:00 - 06:00 Uhr

7. Keine private Nutzung des Flugplatzes Erbenheim

Erläuterungen zu den WIDEMA Grundsatzpositionen 03/2005

Zu Pos. 1 + 2
Die Abflugstrecken TABUM, GOLF und MASIR führen gebündelt über die Wohngebiete von Wicker, Massenheim und Delkenheim. Die Anzahl lauter Fluglärmereignisse > 80 dB(A) ist hier überproportional hoch. Dies sind gesundheitsschädliche Lärmwerte! Es muss ein ausgewogener Lärmlastenausgleich in der Region erfolgen.
Durch die moderne Flugtechnik können Flugzeuge auf den Punkt genau geflogen werden. Insbesondere bei Starts können Wohngebiete weitgehend umflogen werden.
Dadurch bedingte Umwege sind den Fluggesellschaften wirtschaftlich zumutbar.

Zu Pos. 3
Der Fluglärm-Minderungsplan hat zum Ziel durch Optimierung der An- und Abflugverfahren sowie Einführung einer Fluglärm- und Bewegungskontingentierung erkannte Lärm-Brennpunkte zu entlasten. Fluglärm muss ausgewogen verteilt werden. International gebräuchliche lärmmindernde An-, Abflugverfahren und Lärmverteilung müssen auch in Frankfurt eingeführt werden.

Zu Pos. 4
Die Schaffung eines Flughafensystems mit FRA als Mittelpunkt und Satellitenflughäfen im Umkreis ist geboten. Die Zahl der Umsteiger auf FRA muss reduziert werden. Die Verlagerung von Flügen nach FRA-Hahn und oder zu anderen Flughäfen schafft für FRA ausreichende Entlastung für die zentrale Hub-Funktion.
Die Anzahl Flugbewegungen kann auch gesteigert werden durch Optimierung des Betriebs. Durch Verbesserung der An- und Abflugverfahren, durch Freigabe der Startbahn 18 West auch als Landebahn und Einführung der versetzten Landeschwelle auf den Parallel-Bahnen 25 L/R.

Zu Pos. 5
Eine neue Landebahn ermöglicht bei voller Ausnutzung des dann vorhanden Bahnensystems eine Verdoppelung der Anzahl Flugbewegungen gegenüber dem heutigen Stand, das sind dann mehr als 900.000 Fbw/Jahr. Der Ist-Zustand ist bereits untragbar. Die vorhandene und weiter wachsende Siedlungsdichte in der Region verbietet jeglichen Lärm- und Abgaszuwachs. Noch mehr Gesundheitsschäden durch zunehmenden Fluglärm und eine weiter wachsende Luftverschmutzung sind nicht hinnehmbar. Der Schutz der Gesundheit muss vor Profitdenken stehen.

Zu Pos. 6
Ein Nachtflugverbot muss gelten von 22:00 – 06:00 Uhr! Nicht wie von den Fluggesellschaften und Fraport gefordert von 23:00 – 05:00 Uhr. Gesetzliche Regelungen (z.B. die Verkehrslärmschutzverordnung aus 1990 oder die TA Lärm von 1998) sowie eine Reihe höchstrichterlicher Urteile definieren die Nachtzeit einheitlich für den Zeitraum von 22:00 – 6:00 Uhr.
In dieser Zeit muss ein totales Verbot für planmäßige An- und Abflüge bestehen.
Die aus der Nacht verlegten Flüge dürfen nicht in die Tagesrandzeiten verlagert, sondern müssen über den Tag verteilt oder über andere Flughäfen abgewickelt werden.

Zu Pos.7
Die Einbeziehung von Erbenheim würde im hiesigen Ballungsraum die vorhandene Lärm- und Schadstoffbelastung noch mehr vergrößern und ist deshalb abzulehnen. Die bereits heute gemessenen Werte sind nach gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen gesundheitsschädlich.