17.06.13 WIDEMA protestiert gegen Fluglärm

BI WIDEMA :

WIDEMA protestiert gegen Fluglärm - Planspiele mit Rechenfehlern

Wie der hiesigen Presse zu entnehmen ist, beabsichtigt die DFS aus Kapazitätsgründen eine Verschiebung von Abflügen der Südumfliegung auf die Nordabflugrouten. Mit dieser Umverlegung würden laut DFS die Starts über die Nordabflugrouten auch weiterhin unter den im Planfeststellungsbeschluss festgelegten 2 % der Starts bleiben.

WIDEMA protestiert gegen dieses Vorhaben auf das Schärfste. Bei derzeit durchschnittlich 660 Starts/Tag, sind die vorgegebenen 2 % Abflüge (entspricht ca. 13 Flügen) über die Nordabflugroute für den gesamten Monat Juni 2013 bereits heute überschritten. Für den Monat Mai 2013 waren bei Westbetrieb durchschnittlich 35 Starts/Tag über den WIDEMA-Ortschaften zu verzeichnen, dies entspricht einem Mehr an Starts von über 165 % über den WIDEMA-Ortschaften bei Westbetrieb – bereits jetzt -. Keine Erwähnung im DFS-Kontext hingegen finden die derzeitigen unerträglichen Lärmbelastungen von Wicker und Flörsheim (auch Hochheim) bei Ostbetrieb.

Die WIDEMA-Ortschaften waren vor Eröffnung der Nordwestbahn seit Ende der 90er Jahre in höchstem Maße durch die Fluglärmbündelung auf den Nordabflugrouten mit überwiegendem Anteil an Schwermaschinen auf das Schwerste von Fluglärm betroffen, zu einer Zeit als viele heute neubelastete Orte im Dornröschenschlaf verweilten. Nun scheint es so, dass dieser Lärm, wie zu Zeiten der Fluglärmbündelung, wieder einmal politisch gewollt, schrittweise zurückgebracht und eingeschlichen werden soll, unter dem Vorwand der Wirtschaftlichkeit des Flughafens.

Der Ortsteil Wicker ist nach Inbetriebnahme der Nordwestbahn durch die Verlagerung des Lärms vom Ortskern, bei Westbetrieb, an den Ortsrand von Wicker, bei Ostbetrieb, nun einer unerträglichen Dauerlärmbelastung ausgesetzt. Bei Westbetrieb werden Wicker, wie auch Flörsheim nach wie vor regelmäßig auf den Nordabflugrouten überflogen. Zusätzlicher Fluglärm in einem derzeit noch nicht absehbaren Ausmaß droht auch von der Airbase in Erbenheim, auch während der Nacht.

Somit stimmt die Aussage des Vorsitzenden der Fluglärmkommission T. Jühe nicht, der am 12.03.2013 in der Main-Spitze hinsichtlich der Forderung der Wegverlagerung von Flügen von der Südumfliegung wie folgt wiedergegeben wird:
„Durch die Südumfliegung sehen sich aber nicht nur Raunheim, Königstädten und Nauheim betroffen, sondern auch Menschen in Rheinland-Pfalz. Ginge es nach diesem Personenkreis, sollte der Abflug künftig direkt über Raunheim und Flörsheim geführt werden. Für die genannten Städte würde das Fluglärm an 365 Tagen im Jahr bedeuten, stellte Jühe fest. Im Vergleich zu allen anderen Varianten, so ergaben Rechenmodelle, sind von der derzeitigen Variante jedoch die wenigsten Menschen betroffen.
WIDEMA weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die WIDEMA-Ortschaften, insbesondere Wicker, respektive Flörsheim (auch Hochheim) heute bereits durchgehend an 365 Tagen im Jahr mit Fluglärm belastet sind, was den jeweiligen Lärmmessgeräten zu entnehmen ist. Tageweise Ruhepausen gibt es dort nicht.

Auch das von Lufthansa beabsichtigte Flachstartverfahren wird von WIDEMA strikt abgelehnt, sollten doch aus Sicht von WIDEMA die startenden Maschinen, insbesondere Lufthansa-Maschinen, die regelmäßig zu niedrig abfliegen, im Steilstartverfahren abfliegen.

Fluglärmbetroffene Bürger dürfen ob der hohen Lärmbelastung im Rhein-Main-Gebiet nicht auch noch als Einsparpotential von Lufthansa und anderen Fluggesellschaften missbraucht werden.

WIDEMA fordert die Fluglärmkommission auf, die DFS auf eine strikte, auch mengenmäßige Einhaltung der derzeitigen Flugrouten zu verweisen und darauf zu drängen schnellstmöglich weitere lärmmindernde Maßnahmen umzusetzen, wie bereits vor vielen Jahren versprochen, bisher jedoch nicht gehalten. Eine Erweiterung des strikten Nachflugverbots zwischen 22 und 6 Uhr ist aufgrund der täglichen unerträglichen Fluglärmbelastungen dringendst geboten.

Es kann nicht Aufgabe einer Fluglärmkommission sein, Wirtschaftlichkeitswünsche einer Flughafengesellschaft oder einer Landesregierung zu unterstützen, sofern dies zu weiteren Belastungen der Bevölkerung führt.

Joachim Drews

Vorstandsmitglied